Fach- und Servicestelle für Konfi-Arbeit
der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern
Karte eines Sternenbilds

Eine pädagogisch-theologische Einordnung einer subjektorientierten Konfi-Arbeit

In den zurückliegenden fünf Jahrzehnten hat das evangelische Bildungsformat „Konfi…“ durch Abkehr von einem schulisch geprägten Unterrichtsbegriff und Übernahme zahlreicher Elemente der Jugendarbeit vielerorts einen massiven Wandel erlebt.
Diese grundsätzliche positive Entwicklung lässt es gleichzeitig angeraten erscheinen, dessen Besonderheiten und einzigartigen Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten klar zu benennen.
Konfi-Arbeit ist derzeit (noch) das prägendste evangelische Bildungsformat.
Allen Verantwortlichen von der Gemeinde bis zur landeskirchlichen Leitungsebene kann nur auf das dringendste empfohlen werden, dessen Bedeutung und Chancen durch dementsprechend sachgemäße und zukunftsorientierte Entscheidungen und eine entsprechende Praxis Rechnung zu tragen.

Im Anhang kann der Artikel "Eine pädagogisch-theologische Einordnung" heruntergeladen werden. 

Was ist bei der Erstellung eines subjekt- und lebensweltorientierten Konfi-Arbeits-Moduls zu bedenken?

  1. Die Fragestellung des Moduls kommt von den Jugendlichen!
  2. Die Jugendlichen werden aktiviert und motiviert, sich auf diese Fragestellung einzulassen.
  3. Alle Jugendlichen bekommen ausreichend Zeit und Raum ihre Vorerfahrungen methodisch sinnvoll und in dem Rahmen, in dem sie dies wollen, einzubringen.
  4. Die Jugendlichen bekommen ausreichend Gelegenheit, die unter 3. eingebrachten Erfahrungen gegenseitig wahrzunehmen und über diese miteinander zu kommunizieren.
  5. Die Jugendlichen bekommen Resonanzmaterial, das die Fragestellung bzw. verschiedene Aspekte der Fragestellung aufnimmt und den Erfahrungshorizont erweitert.
  6. Dieses Resonanzmaterial besteht dabei einerseits natürlich aus Geschichten, Texten, Erfahrungen von Menschen (nicht nur) des christlichen / evangelischen / religiösen Horizonts, andererseits aber auch aus unterschiedlichstem Material, das dazu beitragen kann, die Jugendlichen bei der Entwicklung ihres individuellen Weltdeutungskonstruktes zu unterstützen oder sie auf anderer vielfältiger Hinsicht zu „empowern“.
  7. Die Jugendlichen bekommen ausreichend Gelegenheit sich persönlich mit diesem Resonanzmaterial auseinanderzusetzen, sich darüber auszutauschen und sich dieses in individueller Lernfreiheit anzueignen bzw. für die eigene Weltdeutungs- bzw. Weltbewältigungspraxis zu nutzen.
  8. Die Jugendlichen bekommen Gelegenheit den für die Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung des Moduls Verantwortlichen qualifiziertes Feedback zu geben.
  9. Den Jugendlichen wird die Möglichkeit geboten, die mitgebrachten wie die neu gemachten Erfahrungen, (Er-)Kenntnisse, Emotionen, … in einen spirituellen Kontext einzubetten und im Kontext gelebter Spiritualität (noch einmal) wahrzunehmen  und gegebenenfalls zu bearbeiten.

Wie sieht ein beispielhafter Ablauf aus?

Als „Anhaltpunkt“ haben wir einen möglichen „idealtypischen“ Ablauf eines Kursmoduls (der also im Konkreten immer deutlich anders aussehen wird) zusammengestellt: beispiel-Ablauf.pdf

Grundlegend ist die dabei eher pädagogische Grundhaltung. In der eigenen, konkreten Umsetzung vor Ort mit der jeweiligen realen Gruppe kann jede Zeile und jedes einzelne der unten Felder ganz anders gefüllt werden.

Artikel "Eine pädagogisch-theologische Einordnung"

Paedagogisch-theologische_Einordnung.pdf